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Leistungen

Eigentum

Selbst Eigentum hat seine Grenzen.
Als EigentĂŒmer eines GrundstĂŒcks kann Ihnen keiner dreinreden. Aber eben nur in Grenzen. Wo die genau liegen, ist nĂ€mlich nicht nur durch den Grund selbst festgelegt. Sondern auch durch das Gesetz. Das bestimmt beispielsweise, ob Ihr Baum zu nah am GrundstĂŒck des Nachbarn steht. Und ob Sie seine Äste deshalb womöglich zurĂŒckschneiden mĂŒssen. Aus dem Grundbuch wiederum ergibt sich, ob andere Rechte an Ihrem GrundstĂŒck haben. NatĂŒrlich nur, wenn sie Ihnen eingerĂ€umt wurden. Ob von Ihnen oder schon von Ihrem VorgĂ€nger. Dazu gehört unter anderem das so genannte Geh- und Fahrtrecht. Das braucht Ihr Nachbar zum Beispiel dann, wenn er zu seinem eigenen GrundstĂŒck nur ĂŒber das Ihre kommt. Oder genauso, wenn seine Leitung nur ĂŒber Ihr Anwesen gelegt werden kann. Wenn der Vorbesitzer Ihres GrundstĂŒcks fĂŒr Ihren Nachbarn AbstandsflĂ€chen ĂŒbernommen hat, schrĂ€nkt Sie das ebenfalls ein. Weil Sie dann nĂ€mlich nicht mehr so nah an die GrundstĂŒcksgrenze bauen dĂŒrfen. Das muss allerdings nicht unbedingt im Grundbuch stehen.

Sie sehen, ob Wohnung, Haus oder GrundstĂŒck: Jedes Recht bringt auch einiges an Pflichten mit sich. Bevor Sie sich Eigentum anschaffen, gibt es also einiges zu bedenken. Aber vor allem auch zu regeln. Am besten lassen Sie sich von Ihrem Notar dabei helfen.

Eine Eigentumswohnung ist kein Wolkenkuckucksheim.
SelbstverstĂ€ndlich gehört Ihre Eigentumswohnung Ihnen. Und nur Ihnen. Denn sie zĂ€hlt als Sondereigentum. Der Rest des Hauses ist allerdings Gemeinschaftssache. Genau wie das GrundstĂŒck. Weil nĂ€mlich alle WohnungseigentĂŒmer auch MiteigentĂŒmer des gesamten Komplexes sind. Was dabei allen gemeinsam gehört und was jedem Einzelnen, ist in der so genannten TeilungserklĂ€rung festgelegt. Auf die Sie als KĂ€ufer selten Einfluss haben. Das gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr die Gemeinschaftsordnung, die es normalerweise ebenfalls schon gibt, wenn Sie eine Wohnung kaufen. Und die das Miteinander der Hausgemeinschaft bestimmt.

Wenn Sie dagegen selbst ein Objekt aufteilen wollen, haben Sie selbstverstĂ€ndlich alle Freiheiten. Das heißt, Ihr Notar entwirft hier die TeilungserklĂ€rung und Gemeinschaftsordnung ganz nach Ihren Vorstellungen. Sozusagen maßgeschneidert. Bevor Sie in eine EigentĂŒmergemeinschaft eintreten, sollten Sie sich also ĂŒber alles grĂŒndlich informieren. Auch ĂŒber BeschlĂŒsse, die in der Vergangenheit getroffen wurden. Wenn es einen Vertrag mit einem Verwalter gibt, den die Hausgemeinschaft fĂŒr bestimmte Aufgaben angestellt hat, sollten Sie das ebenfalls wissen. Am besten bitten Sie Ihren Notar einmal darum, Ihnen hier die „Spielregeln“ genau zu erklĂ€ren.

Nach 99 Jahren ist Schluss.
Der Bischof tut es. Der BĂŒrgermeister tut es. Und immer öfter tut es auch der Privatmann: Sie alle lassen Sie auf ihrem GrundstĂŒck bauen und wohnen. Allerdings nur „auf Zeit“. Oder nur mit EinschrĂ€nkungen. Wie das? werden Sie jetzt vielleicht fragen. Ganz einfach: Indem Sie ein so genanntes Erbbaurecht erwerben. Und damit das Recht, ein fremdes GrundstĂŒck nach Ihren BedĂŒrfnissen zu bebauen. Als Gegenleistung dafĂŒr bezahlen Sie dem GrundstĂŒckseigentĂŒmer normalerweise einen Erbbauzins. Der Sie meistens gĂŒnstiger kommt, als das GrundstĂŒck zu kaufen. Zwar gilt dieses Erbbaurecht in der Regel 99 Jahre lang. Wenn Sie es allerdings von einem VorgĂ€nger ĂŒbernehmen, ist möglicherweise schon ein Teil dieser Zeit abgelaufen. Und ob Sie es ĂŒberhaupt verlĂ€ngern können, hĂ€ngt ganz von dem Vertrag ab, der mit dem EigentĂŒmer des GrundstĂŒcks besteht. In einem solchen Vertrag ist auch die Höhe des Erbbauzinses festgelegt. Genau wie eventuelle Abfindungen am Ende der Laufzeit.

Oder die Frage, ob Sie fĂŒr bestimmte Entscheidungen, die mit dem GrundstĂŒck zusammenhĂ€ngen, die Zustimmung des EigentĂŒmers brauchen. Zum Beispiel, wenn es um die Architektur oder den Verkauf geht. Keine Frage: Bei solch schwierigen VerhĂ€ltnissen ist ganz sicher Ihr Notar gefragt. Zumal Sie Ihren Erbbaurechtsvertrag ja sowieso von ihm beurkunden lassen mĂŒssen.

Ihr Eigentum: Aber der Staat mischt mit.
Soll und Haben. Gilt leider auch fĂŒr Ihr Eigentum. Denn beim Kauf wird dafĂŒr eine Grunderwerbsteuer von 3,5% fĂ€llig. Wenn Sie es innerhalb von 10 Jahren wieder verkaufen, mĂŒssen Sie oft auch noch eine „Spekulationssteuer“ bezahlen. Andererseits kommt Ihnen der Staat auch ein gutes StĂŒck entgegen. Indem er den Wohnungsbau fördert. Nicht nur per Eigenheimzulage. Sondern auch durch spezielle Wohnungsbauförderprogramme der LĂ€nder. Die Kommunen tun ebenfalls eine Menge fĂŒr Sie. Damit Sie Anschluss an Kanalisation und Straßen, Wasser- oder auch die Energieversorgung haben. Im Gegenzug dazu darf der Staat bei vielem mitentscheiden: Oft darĂŒber, ob Sie auf einem GrundstĂŒck bauen dĂŒrfen. Ob Sie ein GebĂ€ude in Wohnungseigentum aufteilen dĂŒrfen oder ob Sie es sanieren mĂŒssen. Selbst in KaufvertrĂ€ge kann sich der Staat einschalten. Beispielsweise mit einem Vorkaufsrecht. Womöglich zu einem Vorzugspreis. Eigentum hin oder her. Gut zu wissen, dass Ihnen der Notar bei vielen VertrĂ€gen auch gleich einiges an BehördengĂ€ngen abnimmt. Und das zu einem vernĂŒnftigen Preis.



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